| Neue Wiener Gruppe - Lacan Schule www.lacan.at | ||
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12. - 13. November 2004
Symposion
der NWG
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Vortrag am
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Dagmar Travner
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Bildende KünstlerInnen
„inszenieren“ sich gerne – oft mit einer guten Portion
Strategie: Auftreten, Kleidung, zur Schau gestellte Psyche.
Weder auf diese Art berechnender, nur scheinbar unbewusster,
noch auf tatsächlich unbewusste, „hysterische“
Inszenierungen möchte ich hier eingehen, sondern vielmehr
auf bewusst gestaltende Selbstinszenierungen, die einen Teil
des Vermittlungsprozesses des Kunstwerks darstellen, sich in
die Arbeit einschleichen, dem Werk eingeschrieben sind, ohne
jedoch die Grenzen zur Performance zu überschreiten. Am Beispiel von vier bildenden KünstlerInnen sollen bewusste Selbstinszenierungen im Übergang vom privaten Bereich (persönliche Motivation, Arbeitsweise) über die Thematisierung der eigenen Identitätsfindung bis hin zur gnadenlosen Selbstdarstellung in unerwartetem Kontext veranschaulicht werden. Barbara Bernsteiner, die geradezu obsessiv alles überhäkelt, was ihr unter die Hand kommt, sieht dies als Ausdruck ihrer Auflehnung gegen die rustikale Kunst, aber auch als das Schöpfen aus vorgefundenen, tradierten Ausdrucksmöglichkeiten: Überhäkeln von Hirschgeweihen, beispielsweise. Ihre Arbeit findet ausschließlich in der Nacht statt, so begibt sie sich in eine Parallelwelt, entflieht dem „realen“ Raum, sowohl der räumlichen familiären Beengtheit wie auch der ländlichen Umgebung durch ein „Zeitfenster“. Petra Buchegger erforscht, sucht, findet die weibliche Identität durch das Thematisieren von Kittelschürzen, wie sie im ländlichen Raum noch immer üblich sind. Indem sie – in ihren Bildern und auch physisch bei Ausstellungen – selbst in das Gewand ihrer Mutter, Großmutter, Großtante schlüpft, geht sie auf Spurensuche nach einer zeitgemäßen weiblichen Identität, die sich auf Differenzdenken gründet. Das Künstlerduo Jürgen Ramacher & Christian Einfalt integriert die Selbstdarstellung direkt in ihre künstlerischen Werke. In opulenten, eklektischen Gemälden, beispielsweise an Werke der Renaissance angelehnt, lugen plötzlich Ramacher und Einfalt als Fototouristen hinter einem Fels hervor. Oder ihre Abgüsse sitzen als lebensgroße Bronzefiguren fast nackt in goldenen Lederhosen auf einer Bank. Ironisch gebrochenes Selbstportrait, aktionistische Selbstdarstellung oder postmoderne Inszenierung?
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| Die Vorträge des Symposions erscheinen im Frühjahr 2006 im Sonderzahl-Verlag. | ||