Dagmar Travner

Travner: Lesung in der alten Schmiede

 

LINGUA FRANCA

Identitäten, Sprachprägungen

 

„Vastehst mi, Kindale? Sag do was zu mia!“ blies es der kleinen Laura schnaubend ins Gesicht. „Mamma, andiamo! Ho fame!“ Ihre Mutter lächelte verlegen: „Mit mir spricht sie natürlich nur italienisch, das ist sie so gewohnt...“

„Dear Malgosia, wieder muss ich dir schreiben, diesmal direkt nach Polen. Unsere erste gemeinsame lingua franca, svenska, habe ich schon ganz vergessen, alldeles glömt. Alles ändert sich. Kaum mehr trennen uns die Grenzen. Brauchen wir noch Schweden als Drittland der Begegnung?“

 

 

Im Projekt „Lingua franca – Sprachstempel, Sprachbefreiungen“ werden, ausgehend von Ereignissen sprachlicher und kultureller Natur, Momentaufnahmen der Identitätsfindung und Individuation entwickelt.

 

LESUNG in der ALTEN SCHMIEDE
Mo, 14. Juni 2004, 19h, Fotos

Textauszug in Podium 133/134, November 2004

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