Ende ist Anfang ist Ende ist Anfang ist



Anfang ist Ende, Grafik von Harro Falkenreck, 2012


„Was die Raupe Ende der Welt nennt, nennt der Rest der Welt Schmetterling.“ (LaoTse) – Illustration: falkenreck.de


Ende birgt Anfang, Neubeginn. Anfang ist: Sein, Bestehen, Veränderung und auch Ende, denn als menschliche Wesen leben wir in einer begrenzten Dimension - in jederlei Hinsicht, denn die Unendlichkeit sowohl des Raums als auch der Zeit entzieht sich unserem Vorstellungsvermögen.

Jedes Ende beinhaltet auch einen Anfang: Nicht nur geht jedem Ende naturgemäß ein Anfang voraus, sondern viele Weltanschauungen plädieren dafür, dass jedem Anfang auch ein Ende von etwas ganz Anderem vorausgeht - denn die Frage, ob und wenn ja, was da vorher war, stellt sich in den meisten Religionen, in der Philosophie und nicht zuletzt auch in der Naturwissenschaft.

In jedem Anfang steckt bereits sein Ende: Alles was beginnt, endet auch. Und folgerichtig: Alles was endet, hat auch mal begonnen. Doch was geschieht dazwischen? Passage, Entfaltung, Durchgangsstadium, Transformation? Gibt es ein Ziel? Gibt es einen höheren Sinn darin? Und gibt es vor der - für uns nur linear wahrnehmbaren - Entwicklung ein Davor, ein Danach, eine Wiederholung, eine ewige Wiederkehr?

„Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen, denn andere Wasser strömen nach.“ (Heraklit)


Das Wechselspiel von (Neu)Anfang und Ende, Wiederbeginn, scheinbarem Ende markiert die Stadien von Veränderung, die in verschiedensten Ausformungen ständige Begleiter unseres Lebens sind.

Ende ist Anfang ist… die Möglichkeiten der Ergänzung sind geradezu grenzenlos. Ende ist Anfang eines Neubeginns. Ende ist Anfang ist Ende in endloser alternierender Reihung. Ende ist der Anfang von Veränderung. Alles ist in ständiger Veränderung, und vielleicht gibt es ja gar keinen Anfang und kein Ende, sondern nur einen zeitlosen Kreislauf der Transformation.

Diesem facettenreichen Thema widmet sich die diesjährige
Mitgliederausstellung des Kunstvereins Baden - im Jahr 2012, das durch einen falsch verstandenen Mayakalender zu zweifelhafter Berühmtheit erlangt ist, und doch besser als kein anderes geeignet ist, Ende / Anfang / Veränderung / Wiederkehr zu diskutieren.

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Ausstellungseröffnung: Fr, 6. 7. 2012, 19.00 Uhr
Teilnehmende KünstlerInnen: Michael Bottig, Petra Buchegger, Martina Funder, Klaus Hollauf, Cornelia König, Doris Libiseller, Regina Hadraba, Ulla Reithmayr, Elisabeth Schafzahl, Kurt Spitaler, Tibor Solymos, Monika Triska-Schaudy
Performance: Martin Kolber
Eröffnungsrede: Dagmar Travner

Kunstverein Baden, Beethovengasse 7, A-2500 Baden bei Wien