Die Entfremdung der Zeit

Die Entfremdung der Zeit, das Schweigen der Zeit

Es ist eine Zeit der Stille, wo die Stimmen in sich selbst sprechen. Lautlos.
Sprich zu mir, du Du, du Ich, du so vieles Ich in mir, sag was du zu sagen hast, und dann schweig - endlich!

Ein neues Blatt im Kalender wird abgerissen, auf den Stapel der vorhergehenden gelegt, und wieder halten wir ein Jahr in Händen. Nun könnten wir die Zeit in kleine Stücke reissen, oder die Zeit, die vergangene, vergessen oder ganz einfach neu ordnen. Alles ordnen, alles neu aufrollen. Wie Spiralen der Zeit, könnten wir stückchenweise abgemessene Abschnitte aneinander legen, und damit Schneckenhäuser bauen.

Sprich mir nicht von der Gegenwart, die gedehnte Unendlichkeit des Augenblicks wird es für uns nicht geben.
Denn die Gegenwart ist nicht für uns bestimmt, unser Ort ist die Abwesenheit, unsere Zeit die erzählende Vergangenheit. Auch diese kann stillstehen, auch diese kann sich dehnen bis in die Unendlichkeit, auch diese kann eine liebende sein – wir sollten uns damit begnügen. Unser Raum wird aufgespannt von Worten, die daraus gewobenen Geschichten schützen uns wie ein Zelt in der Nacht.
Deine Abwesenheit, so gegenwärtig, dass ich sie mit Händen greifen möchte
und die dann doch in meinem ausgestreckten Armen verpufft einer Fata Morgana gleich.
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Neujahrslesung 2012

Die Entfremdung der Zeit

1. Jänner 2012 um 16:00-20:00
Vernissage ‚Estrangements’:
Zeichungen von Harro Falkenreck (Sylt) + Bryony Purvis (Kapstadt)
Im Rahmen von
KUNST-NEUJAHR im Atelier Peter Klint, Tinnum auf Sylt


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